Zur Geschichte

Wenn eines Tages ein Lehrer, Arzt oder Psychologe zu Ihnen sagt, Ihr Kind hat wahrscheinlich eine Legasthenie, so werden die meisten von Ihnen doch sehr betroffen und ratlos sein. Wir wollen Sie an dieser Stelle zuerst über die Geschichte dieser - immer noch zunehmenden - Leistungsschwäche informieren.

Bereits 1877 hatte der Mediziner Kussmaul auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht und von »Wortblindheit« gesprochen.

1916 prägte der Pädagoge Ranschburg den Begriff »Legasthenie«. Allerdings vertrat er die irrige Ansicht, dass Legasthenie »eine nachhaltige Rückständigkeit höheren Grades in der geistigen Entwicklung des Kindes« sei. Wen wundert es also, dass man daraufhin alle Kinder mit dieser Schwäche eine Hilfsschule besuchen lassen wollte. Erst 1951 konnte die Schweizer Psychologin Lindner diese Auffassung widerlegen. Sie wies nach, dass LRS- Kinder in der Regel durchschnittlich bis überdurchschnittlich intelligent sind. Man denke in diesem Zusammenhang an Legastheniker wie Albert Einstein, Leonardo da Vinci oder Hans Christian Andersen.

Da das Lesen und Schreiben bis heute zu den wichtigsten Kulturtechniken der Menschheit gehört, riskieren Menschen mit einer Lese-Rechtschreibschwäche schnell, ins Abseits ge-drängt zu werden.

Deshalb ist es wichtig, dass mit Vorurteilen und Missverständnissen aufgeräumt und betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu ihrem Bildungsrecht verholfen wird. Dass das Thema Legasthenie uns alle angeht, beweist auch die Tatsache, dass - leichte Fälle eingerechnet - fast 10 % Legastheniker unter uns sind.

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